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Aufklärung tut Not

Donnerstag, 15. Oktober 2009 von Michael "septicus" Reimann

“Team-Ulm gehört verboten” – so die empörte Rektorin einer Hauptschule eines angrenzenden Landkreises letzte Woche am Telefon. Sie wollte, dass wir einen (gesetzlich klar untersagten) Eingriff in unser Messengersystem unternehmen und eine vom Empfänger einer Nachricht bereits gelesene und an sie weitergeleitete private Nachricht löschen. Der Empfänger hatte die private Nachricht, die sie am Telefon vorlas und die den Hinweis enthielt, dass eine bestimmte Person nächste Woche an die Schule kommen würde bereits gelesen. Das weitere Gespräch ergab, dass sie in diese Nachricht eine Amokdrohung hineininterpretiert hatte (die darin nicht existierte).
Dass Sie uns zu einer Straftat anstiften wollte, war ihr – dem Eindruck nach – bis zum Schluss nicht bewusst.

Gleicher Tag, anderes Beispiel:
Im Forum war ein Eintrag zu finden, in dem eine Lehrerin übelst beschimpft wurde. Wir löschten diesen selbstverständlich. Eine Stunde später klingelte das Telefon und der Rektor der betreffenden Schule bat höflich um die Identität des Verfassers. Die Antwort mit dem Hinweis darauf, dass wir das nicht dürfen wurde von ihm freundlich zur Kenntnis genommen – wir einigten uns darauf, dass das nur über den offiziellen Weg gehen würde, oder er versuchen könnte, aus dem öffentlich zugänglichen Profil Angaben zu entnehmen, die auf die Identität schließen ließen. Dies ist manchmal – aufgrund der Freizügigkeit mancher Nutzer – kein Problem.

Das sind zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass vielen Menschen – vor allem den nicht mit dem Internet aufgewachsenen -  gar nicht klar ist, welche Freiheiten, Möglichkeiten und Verpflichtungen das Internet im Allgemeinen und soziale Netzwerke wie Team-Ulm.de im Speziellen mit sich bringen (im zweiten Beispiel war sich der Verfasser der Beleidigungen darüber nicht im Klaren).

Bereits Anfang 2008 haben wir deshalb in Zusammenarbeit mit der Caritas Ulm die Reihe mit dem Titel “Was macht mein Kind im Internet?” durchgeführt, in der wir über die Arbeit von Team-Ulm informiert und über die Gefahren und Möglichkeiten informiert haben. Die Resonanz darauf war sehr positiv, sodass der Gedanke entstand, noch umfangreicher aufzuklären.
Im Rahmen der Kooperation mit der Caritas gab es einen Schulbesuch (Elternabend), einige Monate später folgte ein weiterer Elternabend – mit jeweils sehr positiver Resonanz.

Deshalb haben wir nun eine etwas umfangreichere Initiative aufgesetzt, die wir ab dem 17.11. starten werden. An besagtem Datum findet ein Informationsabend im BZE statt, bei dem der Verfasser dieser Zeilen über Team-Ulm, die Möglichkeiten und Chancen der Nutzung eingehen und auf Bedenken oder Fragen antworten wird. Begleitet wird dieses von Herrn Greski von der Polizeilichen Prävention Ulm, der seine Sicht der Dinge ebenfalls erläutern wird.

Parallel ermöglichen wir  es Schulen, mit uns in Unterrichtsveranstaltungen oder an Elternabenden mit Schülern und Eltern ins Gespräch zu kommen und auch diese – alters- und rollengerecht (die Kids brauchen andere Infos als ihre Eltern) – zu informieren. In Kürze werden wir an dieser Stelle weitere Informationen bzgl. der Durchführung solcher Veranstaltungen veröffentlichen.

der Empfänger hatte die Nachricht, die sie am Telefon vorlas und die den Hinweis enthielt, dass eine bestimmte Person nächste Woche an die Schule kommen würde bereits gelesen

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