Artikel-Schlagworte: „NERT“

Technik ist was feines

Donnerstag, 9. April 2009 von Stefan "Frohike" Kaufmann

Im Ernst: Wenn es die vielen modernen Gadgets nicht gäbe, man müsste sie fast erfinden. Bei den letzten “Team-Ulm zahlt dein Kino”-Aktionen oder dem Einsteinmarathon hatten wir immer das Problem, bei der Registrierung dicke Mappen wälzen und von Hand abhaken zu müssen.

Wer schon einmal in einer halbwegs großen Musicalbühne war, weiß, dass das auch anders geht. Andy und ich hatten das vor zwei Jahren in London gesehen: Beim Einlass werden die Strichcodes auf den Eintrittskarten ratzfatz abgelesen, und es ist sofort klar, wer ein gültiges Ticket hat und wer nicht.

barcode

Andy müsste zwar eigentlich gerade an seiner Diplomarbeit schreiben, die Sache mit dem Strichcodeleser hat ihn aber nicht mehr losgelassen… für 40 EUR gehört uns nun so ein (einfaches) Gerät, und weil Andy sich so leicht ablenken lässt, hat er auch gleich noch eine kleine Applikation geschrieben, die die Strichcodes prüft und mit der Datenbank abgleicht.

Der Scanner ist zwar nicht ganz so toll wie der Laserscanner, den ich mal auf der Arbeit benutzen durfte — dafür macht es einen Heidenspaß, alle möglichen Codes im Büro abzuscannen und anderen Leuten scannerpiepsenderweise auf die Nerven zu gehen ;)

Im Praxistest hat sich das Ganze auch bewährt. Der verwendete Code 93 ist ausreichend kompakt und robust, um selbst im Tintenstrahl-Entwurfsausdruck noch lesbar zu sein — an der Kasse konnte nur ein einziger Code nicht gelesen werden, der sehr komisch ausgedruckt war, und in dem Fall gibt’s ja noch den Klartext als Rückfallebene.

Ich bin mal gespannt, wie das beim Einsteinmarathon klappt ;)

32 GB und 150 Minuten Tape

Sonntag, 5. April 2009 von Stefan "Frohike" Kaufmann

Experimenten sind wir ja selten abgeneigt, und ich persönlich sowieso nicht. Und so kam es, dass gestern drei Team-Ulmler mit Videokamera und Audiorecorder in der Podium.bar des Theaters Ulm standen, um den ja schon auf der Seite angekündigten Poetry Slam aufzuzeichnen. Man hat ja schließlich anscheinend schon einen gewissen Ruf in dieser Richtung weg :->

poslam

Eigentlich hatte ich vor, den Ton direkt am Mischpult mit dem Zoom H2 abzugreifen, und mit drei Kameras die Poeten und das Publikum einzufangen — aber es kommt ja grundsaetzlich immer alles anders als geplant. Zuerst einmal hatte ich das falsche Adapterkabel mitgebracht und musste erst noch einmal zwischen Theater und Büro rennradeln und die heimische Stereoanlage demontieren. Das hätte ich mir im Nachhinein aber glatt sparen können, denn beim Mischpult in der Podium.bar handelte es sich um eines mit Ohren-Warndreieck (Tontechniker wissen, welche Marke ich meine. Genau.) Resultat: Total verzerrter Ton, der ueber die Lautsprecher noch ertraeglich war, nicht aber ueber den Summenausgang.

Also Plan B. Micha hatte seine Poserkamera High-End-Film-Spiegelreflexkamera zum HD-Filmen dabei, also bekam die kurzerhand das Rode Videomic auf den Blitzschuh geschraubt, was zwar etwas seltsam aussieht, aber hervorragend funktioniert.

Die zweite Schwierigkeit waren die Poeten. Das klingt jetzt vielleicht lustig, aber es ist verdammt schwierig, eine Kamera ruhig zu halten, wenn man staendig am liebsten laut losprusten würde — ja, es war wirklich unheimlich unterhaltsam ;)

poslam2

Jetzt sitze ich erst einmal im Büro und darf 32 GB HD-Video und zweieinhalb MiniDV-Tapes auf den Rechner übertragen, die Filetstücke heraussuchen und schneiden. Bleibt gespannt!

Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle an Danny und Micha, die gestern mit Basketball und Poetry Slam quasi den ganzen Abend lang für Team-Ulm im Dauereinsatz waren, und denen am Ende des Abends die Arme von den schweren Kameras mindestens genauso weh getan haben dürften wie mir :D

Bilder: Michael Hoffmann

Unterwegs mit ner toten Katze

Samstag, 8. November 2008 von Stefan "Frohike" Kaufmann

Bei uns wird selbstverständlich nicht nur an den Servern gebastelt und experimentiert, wir probieren eigentlich fast alles zumindest mal kurz aus, was wir irgendwie interessant finden. Besonders der harte Kern im NERT-Labor ist eigentlich für jeden Unsinn zu haben — von Spielereien mit Livevideo (aus denen die Liveübertragung der Schwörrede wurde) bis zum Panoramabild vom Einsteinmarathon.

Eine schicke Möglichkeit, Ideen multimedial zu erzählen, sind Soundslides. Matthias Eberl beschreibt in seinem Blog, wie das funktioniert, und auf Interactive Narratives finden sich immer wieder Perlen, die man vornehmlich in Amerika findet. Hierzulande wird die Technik (bis auf die eher drögen Versuche bei FAZ.net) nur selten eingesetzt — was eigentlich schade ist, denn das Potenzial ist groß.

Aus dem Grund habe ich heute vier meiner Redakteure ins Büro eingeladen. Danny, Jeanette, Micha und Sophia haben sich zusammen mit mir einige Multimedia-Beispiele anderer angesehen, unsere Audiorekorder und Mikrofone (inklusive großer puscheliger “Toten Katze” drauf) ausprobiert — und dann ging es in die freie Natur, schließlich hat noch niemand alleine vom zusehen das fahrradfahren gelernt.

Ganz ehrlich gesagt hatte ich gar keine bahnbrechenden Resultate erwartet, das ganze war eher als Schubs ins kalte Wasser geplant, damit die Probleme klar werden, über die man sich vorher und bei der Umsetzung Gedanken machen sollte. Sophia und Micha waren aber kaum aus der Tür, als sich ihnen das samstagmittägliche Verkehrschaos in der Innenstadt als Thema beinahe aufdrängte, und trotz etwas gewöhnungsbedürftigem Equipment haben sie auch gleich ein ganz solides Erstlingswerk hingelegt. Die Ton-Bild-Schere ist zwar leider noch etwas groß, aber mit ein wenig Nacharbeit können wir das Ergebnis in den nächsten Tagen im Redaktionsteil zeigen.

Jeanette und Danny hatten leider mit etwas größeren Anfangsproblemen zu kämpfen, deswegen ist ihr Ergebnis trotz netten Themas eher für die interne Veröffentlichung geeignet — gelernt haben aber hoffentlich alle was, und die Ideen für die nächsten Produktionen sind anscheinend auch schon am reifen ;)


blogoscoop