Artikel-Schlagworte: „Netzkultur“

Zeitgemäße VG Wort?

Mittwoch, 18. März 2009 von Stefan "Frohike" Kaufmann

Ich muss zugeben, dass ich bis zum vergangenen Sommer von der VG Wort nur wusste, dass ihrer Beiträge wegen Scanner und Fotokopierer in Deutschland teurer sind. Wie die GEMA ist die VG Wort eine Verwertungsgesellschaft, deren Aufgabe es ist, die Einnahmen aus eben dieser “Kopiererabgabe” und ähnlicher Quellen auf die dort gemeldeten Schreiber zu verteilen — und diese Einnahmen machen einen ganzen Batzen Geld aus, laut Wikipedia jährlich rund 90 Millionen Euro.

Das würde uns eigentlich so rein gar nicht tangieren, wenn wir nicht im vergangenen Sommer eine Aspirantin für unsere Redaktion gehabt hätten, die wissen wollte, ob wir ihre Texte auch bei der VG Wort anmelden könnten. Und so begann für mich ein stundenlanger Ausflug in die Welt der Zählpixel, Vorpixel, Artikelanmeldungen und Sonderausschüttungen. Ich will nur so viel sagen: Ich halte mich jetzt nicht für ganz blöd (andere sehen das vielleicht anders), aber so ganz verständlich war mir dieses Prozedere nicht wirklich.

Fiete Stegers hat sich nun bei Onlinejournalismus.de mit dem Thema beschäftigt und auch ein Interview mit der VG Wort geführt — eine recht wichtige Frage wurde jedoch nicht gestellt: Warum überhaupt noch Kopierabgaben und seltsame Abrechnungsmodelle, wenn wir im Zeitalter der idealen digitalen Kopie leben?

internet

An dieser Stelle werfe ich noch den Clay Shirky hinterher, der derzeit ohnehin durch alle Blogs rast. Zu Recht. Manchmal bin ich wirklich froh, dass wir hier im Prinzip mit allem experimentieren können, was uns interessiert, ohne dass wir deswegen um Jobs fürchten müssten :)


blogoscoop