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Publizistennachwuchs und 200 Milionen Euro

Donnerstag, 20. November 2008 von Stefan "Frohike" Kaufmann

Wir haben anscheinend irgendetwas, das Studenten reizt — im vergangenen Sommersemester haben sechs Studenten der Uni Ulm an einem von uns ausgeschriebenen Medienpraktikum teilgenommen, aktuell schreiben zwei Studis aus Heidenheim und Augsburg jeweils eine Diplomarbeit, in der sie sich mit uns beschäftigen, und im kommenden Sommer werden wir erstmals einen “richtigen” Praktikumsplatz haben, weil sich eine Journalismusstudentin aus Darmstadt gegen diverse Radiosender aus der Region und für uns entschieden hat.

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Letzte Woche hatten wir nun das ganze Büro voller Studentinnen und Studenten aus Augsburg, die sich im Rahmen eines Projektes der Uni und FH Augsburg mit modernem Journalismus beschäftigen. Als Programmpunkte für den Ausflug nach Ulm standen ein Besuch bei der SWP und bei uns auf dem Programm, denn “aktuelle Nachrichten werden zukünftig in erster Linie online vermittelt werden”, wie Betreuer Claus Kaelber süffisant anmerkte.

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Auf den Bildern sehen die Mädels und Jungs zwar ein wenig gelangweilt aus, es kamen aber tatsächlich viele interessierte Fragen und Rückfragen, und Andy und ich durften knapp eineinhalb Stunden lang aus dem Nähkästchen plaudern, Statistiken vorzeigen und ein wenig die Mitbewerber durch den Kakao ziehen.

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Als enthusiastischer Fan des Internets als rundum-immer-dabei-überall-verfügbar-Medium und angesichts seiner riesigen zukünftigen Bedeutung als Nachrichtenquelle finde ich es bombastisch, dass es auch Hochschulen gibt, die nicht dem “Print ist toll, Print wird nie sterben”-Mantra folgen (//edit: so wie eine “arrogante FU-Studentin, die online ablehnt”, wie ich laut Aussage der Betroffenen schreiben soll.) sondern sich Gedanken darüber machen, wie die Medienlandschaft morgen aussehen könnte — und wie man das auch finanzieren kann.

Genauso freut mich, dass man in Augsburg ebenfalls bei Thomas Knüwer mitliest, der heute merklich angesäuert über den IT-Gipfel der Bundesregierung schreibt.

Was ließe sich mit 200 Millionen Euro anfangen? Nein, ich rede jetzt nicht von Kaviar, Champagner und schnellen Autos. Ich spreche von unternehmerischem Elan. [...]

Genau so regiert man in der Krise nicht. Warum kein großer Wurf? Statt Staatshilfe für einen runtergewirtschafteten Autokonzern eine Datenautobahn-Offensive. Geld für Kommunen um Städte flächendeckend mit Wlan, besser noch WiMax zu versorgen. Subventionierung von Gaststätten die freies Wlan bieten. Finales Ziel: Jeder Bürger kommt flott und am besten noch kostenfrei auf die Datenautobahn, so wie er auf die Autoautobahn kommt.

Es sieht leider nicht so aus, als würden wir etwas von den 200 Millionen abbekommen. Dann müssen wir unser aktuelles Geheimprojekt in der Richtung wohl doch selbst bezahlen.
Ups, habe ich etwas gesagt? :)


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